Ich sammle Kaffeekannen. Kaffeekannen, die im Grunde nicht mehr gebraucht werden, abgelöst durch Thermoskannen, Kapselmaschinen und Vollautomaten. Jede erzählt eine Geschichte. Manche von kunstvoller Handarbeit. Manche von sonntäglichen Kaffeestunden im Familienkreis. Manche von extravaganten Design-Momenten. Zusammen sind sie mehr als das: Die Geschichte der Familie, des Heims, des Konsums der letzten zwei Jahrhunderte. Und sie sind wunderschön. Ich möchte kein Kunstwerk eintauschen gegen sie. Und sie vermehren sich auf rätselhafte Weise immer weiter 😉

Mich bewegt der Fortschritt. Eine Spirale, ohne Anfang, ohne Ende. Keinesfalls ziellos: Jedes Stückchen Weg trägt ein Ankommen in sich. Fortschritt hat viele Gesichter: Menschen werden geheilt, denen vorher nicht zu helfen war. Erkenntnis wächst exponentiell und verbreitet sich. Werte werden universalisiert und bieten Orientierung. Technik schont unsere Biologie und unsere Umwelt. Kunst erlaubt uns, zu träumen.

Ich glaube an Gott. In uns. In Allem. Als einzige Existenz. Die ich in allem, was ich tue, zu ent-decken suche. An die ich mich wende, mit Fragen, die größer sind als mein Begreifen reicht. Auf die ich mit Freude vertraue.

Der Augenblick ist mein Leben. Ich lebe eine Lebensgemeinschaft und eine Seelenpartnerschaft. Durch meine kleine Tochter erfahre ich das Geschenk der bedingungslosen Liebe. Ich erkenne, wieder und wieder, dort zu sein, wo ich sein soll. Ich bin dankbar. Und gleichzeitig bin ich häufig traurig. Wütend. Schockiert. Immer wieder empört über Ungerechtigkeit. Diese Gefühle motivieren mich. Verwurzelt zu sein, aber nicht stehen zu bleiben. Vorhandenes zu schätzen und neues auszuprobieren. Immer wieder aus Neugier zu handeln. Wissensdurstig, erfahrungshungrig.

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