Darüber, was ein Seelepartner ist, habe ich ja schon mal kurz geschrieben (zum Nachlesen klicke hier). Aber was unterscheidet eine Seelenpartnerschaft von einer Lebenspartnerschaft?

Eine Seelenpartnerschaft beruht auf einer tiefen, voraussetzungslosen Übereinstimmung zweier Seelen. Die Anstrengung der Seelenpartnerschaft beruht darauf, dass biographische Hindernisse überwunden und eigene Unzulänglichkeiten angenommen werden müssen, um diese Übereinstimmung in der Realität leben zu können.

Eine Lebenspartnerschaft beruht auf gemeinsamen Zielen und gemeinsamer Alltagsgestaltung. Sie ist von Natur aus auf ein immer besseres Kennenlernen, wachsende Vertrautheit und Intimität durch die gemeinsamen Erlebnisse und Pläne gerichtet. Die Herausforderung besteht darin, den anderen in seinem Anderssein nicht nur als ergänzenden Partner, sondern um seiner selbst willen zu schätzen und zu lieben.

Wahrscheinlich steckt in jeder Partnerschaft ein bisschen von der idealtypischen Seelenpartnerschaft und von der idealtypischen Lebenspartnerschaft. Und beide können sich zum sowohl-als-auch entwickeln.

Eine Seelenpartnerschaft durchläuft zunächst das Stadium des aneinander Wachsens: Durch die scheinbar unerklärliche Liebe zum anderen wird die eigene Liebesfähigkeit und Selbstliebe gestärkt. Dies geschieht dadurch, dass man sich zuänchst an den Schattenseiten des anderen reibt, sie aber in schmerzhaften Prozessen lieben lernt und dabei feststellt, dass es sich um die eigenen Schattenseiten handelt, die man durch die Liebe des Gegenübers auch bei sich selbst annehmen kann.

Nach dieser Lösung kann eine Seelenpartnerschaft auch das Alltagsleben überstehen. Die Gefahr hierbei ist aber eine gewisse Beliebigkeit – der Seelenpartner vermag einen auf eine gewaltige Weise auszufüllen, was dazu führt, dass vermeintlich überall das Glück liegt. Wohnort, Beruf, Finanzen, Familie, frühere Bindungen können unwichtig erscheinen.

Ganz anders die Lebenspartnerschaft: Sie baut nicht auf dem Sein, sondern auf dem Tun auf. Beide Partner formen sich, ihren Alltag, ihre Ambitionen, ihre Zukunft gegenseitig. Stärken werden ausgelebt, Schwächen wachsen sich aus. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt, die Persönlichkeit traut sich mehr Sichtbarkeit, die Liebesfähigkeit wächst.

An diesem Punkt sollte sich deshalb die Seelenpartnerschaft an der Lebenspartnerschaft orientieren, und umgekehrt: Seelenpartner dürfen sich gönnen, ins gemeinsame Tun zu gelangen, Lebenspartner dürfen sich mehr Raum für absichtslose Intimität nehmen.

Von Liebe erfülltes Sein und Tun wünscht dir Antje