Meine Kunden sind genauso bunt und facettenreich wie ich: Sie sind unverbesserliche Idealisten, gerechtigkeitsliebende Tagträumer und verhinderte Universalgenies. Vielleicht findest du dich in einer oder mehrer der folgenden Gruppen ja wieder?

Hoch- & vielbegabte Multitalente

Die hoch- und vielbegabten Multitalente werden von anderen (Barbara Sher, Anne Heintze) auch gerne „Scanner“ bzw. „Scannerpersönlichkeiten“ genannt. Weil sie so vieles aufnehmen, alles wissen, alles ausprobieren wollen. Daran kann man sie von außen auch gut erkennen, aber für mich sind diese hoch- und vielbegabten Multitalente noch viel mehr: Sie verfügen über breit gefächerte Begabungen, sowohl im logischen als auch im kreativen und motorischen Bereich. Viele sind nach der in Deutschland anerkannten Definition (IQ > 2% der Referenzgruppe, derzeit > 130) hochintelligent, das muss aber nicht so sein. Die hoch- und vielbegabten Multitalente tanzen stets auf drei Hochzeiten gleichzeitig, häufig ohne es zu merken. Ihr Tempo und ihre Sprunghaftigkeit irritieren ihr Umfeld.

Häufige Probleme: Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, festzulegen und/oder zu fokussieren. Dem zu Grunde liegt in der Regel ein Verlust an Wahrnehmung für die eigenen Wünsche & Bedürfnisse, die durch Anforderungen des Umfelds verdrängt wurden. Dies liegt daran, dass die hoch- und vielbegabten Multitalente sich nicht „nach unten“ in ihrer Vielseitigkeit anpassen können, weil diese ihre Hauptpersönlichkeitseigenschaft ist – deshalb erfolgte in Kindheit und Jugend in der Regel eine starke Anpassung in anderen Lebensbereichen (irgendwo muss sich das soziale Wesen Mensch anschmiegen), was besonders als junger Erwachsener zu mangelndem Selbstwertgefühl („ich kann nichts richtig / bringe nichts zu Ende / mache nichts aus meinen Talenten“) führen kann.

Als leidenschaftliche Schriftstellerin, Künstlerin, Juristin, Coach, Entdeckungsreisende, Heimwerkerin, Köchin, … zähle ich mich selbst zu den hoch- und vielbegabten Multitalenten und weiß genau, wie es sich anfühlt, es „nirgends lange auszuhalten“.

„Klassisch“ Hochbegabte

Die „klassisch“ Hochbegabten verfügen über eine besonders ausgeprägte mathematisch-logische und sprachliche Intelligenz, was zu einem IQ > 130 bzw. 2% der Bevölkerung (anerkannte Definition in Deutschland) gemäß der hier verwandten IQ-Tests führt. Routineaufgaben langweilen sie tödlich. Sie denken hoch abstrakt und schnell. Sie sehen sowohl Probleme als auch Lösungen da, wo sie sonst nie erkannt werden. Das kann ihnen leicht den Ruf einbringen, überkompliziert und/oder ein „Streber“ zu sein.

Häufige Probleme: Sprachbarrieren zwischen sich und ihrem Umfeld, verzerrtes Selbstbild und Selbstzweifel („Bin ich arrogant, obwohl ich alles tue, um das zu vermeiden? Wieso werde ich als arrogant wahrgenommen?“), Schwierigkeiten, mit weniger intelligenten Vorgesetzten und Kollegen und/oder in „masseträgen“ organisatorischen Zusammenhängen zu arbeiten. Dem liegt in der Regel zu Grunde, dass die tatsächlichen Fähigkeiten der klassisch Hochbegabten in unserem Schul- und Arbeitsystem so gut wie nie (außer in hoch spezialisierter naturwissenschaftlicher, mathematischer & technischer Forschung) gefordert und ihre Fähigkeiten entsprechend weder erkannt noch gewürdigt, teilweise sogar aktiv unterdrückt werden. Hat dies in der Kindheit und Jugend gar zu einer Verkennung der „Hochbegabten-Symptome“ als AD(H)S oder andere psychische Krankheit bzw. Auffälligkeit geführt, kommt es zum sog. Underachievement – nämlich einer weit unterdurchschnittlichen Leistung des Hochbegabten. Aber auch Hochbegabte, die Schule & Ausbildung als „unauffällig“ oder als erkannt hochintelligent durchlaufen, werden selten wirklich gefordert, was zu mangelndem Selbstwertgefühl und tief gehender Frustration führen kann.

Als Mitglied von Mensa in Deutschland e.V. bezeichne ich mich ebenfalls als „klassisch“ hochbegabt und erlebe täglich die damit zusammenhängenden Herausforderungen.

Idealisten & Weltverbesserer

Die Idealisten & Weltverbesserer sind häufig hoch- und gegebenenfalls auch vielbegabt, sehr häufig auch hochsensibel, in jedem Fall aber sind sie „herzensklug“. Sie verurteilen selten und sind doch in jedem Moment hoch moralisch, häufig, ohne es selbst wahrzunehmen. In einer idealen Welt wären sie die geborenen Politiker & Entscheider, doch in unserer Realität stehen ihnen bei der Erreichung solcher Positionen ihre Ideale im Weg. Idealisten & Weltverbesserer werden häufig als intolerant und überheblich wahrgenommen.

Häufige Probleme: Schwierigkeit, bestehende Konventionen & Autoritäten zu respektieren, soziale Beziehungen mit vielen unterschiedlichen Personen zu pflegen, sich in ihrer Selbstwirksamkeit zu entfalten, das Gefühl, ein moderner Märtyrer zu sein. Dem zu Grunde liegt in der Regel ein Mangel an Liebe zu sich selbst mit allen eigenen Schattenseiten, der sie davon abhält, aus der idealistischen Theorie in die praktische (unperfekte) Handlung zu kommen. Das führt manchmal zu einer einseitigen spirituellen Haltung, die im schlimmsten Fall zu sozialer Ausgrenzung und Realitätsverlust führen kann.

Meine Werte zu leben gehört für mich zum Kern meiner Existenz, weshalb ich mich gerne einen Idealisten & Weltverbesserer nenne, aber auch die damit verbundenen Probleme nur allzu gut kenne.

Besonders begabte Führungskräfte

Du bist Führungskraft, fühlst dich aber irgendwie anders als alle anderen Führungskräfte und zweifelst deshalb an deiner Geeignetheit für deine Position? Dann gehörst du vielleicht zu den hoch- und/oder vielbegabten Führungskräften. Sie fallen dadurch auf, dass für sie das Leben in der Sandwich-Position extrem stressig ist, da sie einerseits Schwierigkeiten haben, sich Autoritäten unterzuordnen, andererseits Regeln auch nicht gerne durchsetzen. Für beides müssen sie sich innerlich überwinden. Viele von ihnen wissen nicht, dass sie als Führungskraft dennoch extrem gut geeignet sind, weil sie sowohl durch ihre hohe Auffassungsgabe sehr gute Organisations- und Managementfähigkeiten besitzen als auch durch ihre Sensibilitt und Empathie die Menschen in ihrem Umfeld da abholen, wo sie stehen, und inspirieren. Manche von ihnen zweifeln stark daran, dass sie Leadership-Qualitäten besitzen, da sie entweder in Kindheit, Jugend und ggf. auch noch Studium ein eher negatives Selbstbild entwickelt oder aber durch das Bewusstsein ihrer Andersartigkeit eine Haltung demütiger Bescheidenheit internalisiert haben.

Aus diversen Erfahrungen weiß ich, dass weder Introvertiertheit noch anerzogene Zurückhaltung eigener Kompetenzen dagegen sprechen, Führungsaufgaben mit großen Erfolg und zur inneren Zufriedenheit zu übernehmen. Hoch- und vielbegabte Führungskräfte und solche, die es werden wolen, können ihr ganz eigenes Charisma entwickeln.

Unkonventionelle Hochleister

Unkonventionelle Hochleister sind definitiv sehr intelligent, häufig auch hoch- oder vielbegabt. Weil sie gelernt haben, sich hervorragend an soziale Vorgaben anzupassen, sind sie (auch nach „herkömmlichen“ Maßstäben) sehr erfolgreich. Sie haben entweder sehr unauffällige oder von einem auffällig großen Ehrgeiz gekennzeichnete Schul- und Bildungskarrieren hinter sich. Unkonventionelle Hochleister genießen den Respekt ihres Umfelds, das deshalb ihre Nonkonformität hinnimmt, ohne sie zu verstehen. Sobald sie meinen, es sich „leisten“ zu können, brechen oder biegen sie Regeln und kreieren neue Wege.

Häufige Probleme: Zeitmangel, innerer Zwang zu dauernder „performance“ und innerliche Zerrissenheit aufgrund ungewollter Anpassung sowie daraus resultierende Erschöpfungssymptome bis hin zum „Burn Out“. Dem liegt in der Regel der Glaubenssatz zu Grunde, erst nach Erfüllung aller von außen gestellter Anforderungen sein wahres Selbst zeigen zu dürfen. Das führt zu innerer Leere und einem Gefühl der Fremdheit sich selbst gegenüber, was schlimmstenfalls zu völliger Entfremdung sich selbst gegenüber führen kann.

Mit hervorragenden juristischen Examina & Promotion, mehreren Stipendien, prestigeträchtigen Praktika & gut bezahlten Jobs zähle ich bis zu einem bestimmten Punkt zu den Hochleistern – und bin noch in jedem Umfeld als unangepasst, nonkonform und unkonventionell aufgefallen. Und sehr stolz darauf.

Hochsensible Tagträumer & Künstler

Die hochsensiblen Tagträumer & Künstler lieben Elfen. Sie haben eine ausgeprägte Phantasie und Kreativität, deren Umsetzung sie in der realen unfreundlichen Welt aber sehr viel Mühe kostet. Die harte Arbeit, die die Transformation ästhetischer und ideeller Bilder und Gedanken in Werke und Produkte bedeutet, wird von ihrem Umfeld nicht erkannt und entsprechend massiv unterschätzt. Hochsensible Tagträumer & Künstler werden als empfindlich, entscheidungsschwach und lebensfremd wahrgenommen. Ihre Wahrnehmung über die (mehr als fünf) Sinne ist überdurchschnittlich ausgeprägt und wird von ihnen tief greifender verarbeitet.

Häufige Probleme: Kreativen und künstlerischen Berufen wird insgesamt die verdiente soziale Anerkennung versagt. Dies äußert sich häufig auch in finanziellen Sorgen. Können die sensiblen und kreativen Seiten nicht ausgelebt werden oder werden sie mit zu vielen negativen Reizen überflutet, kann das zu hochgradigen Erschöpfungszuständen, chronischer Antriebslosigkeit und erdrückenden Ohnmachtsgefühlen führen.

Als malende und schreibende Künstlerin kenne ich die überwältigenden Glücksgefühle schöpferischen Schaffens genauso wie die Kehrseite solcher Euphorie.

Hochimaginative Intensivlinge

Die hochimaginativen Intensivlinge sind für mich die eigentlichen „Scanner“-Persönlichkeiten: Sie verfügen über eine stark ausgeprägte Phantasie und Abstraktionsfähigkeit, wodurch ihre Erfahrungen an besonderer Tiefe gewinnen. Das erlaubt ihnen zum einen, tief in einzelne Themen abzutauchen. Zum anderen erschließen sie sich neue Sachverhalte durch Analogienbildung. Dadurch wirken sie manchmal schnell gelangweilt oder flatterhaft. Hochimaginative Intensivlinge lernen rasend schnell. Durch einfache Erfahrungen erschließen sich ihnen komplexe Sachverhalte. Sie haben ein großes Bedürfnis nach Freiheit, Unabhängigkeit und Abwechslung.

Häufige Probleme: Das Umfeld versteht nicht, wie sich hochimaginative Intensivlinge ein Thema in so kurzer Zeit aneignen können und wirft ihnen vor, nichts „durchzuhalten“. Expertenstatus wird bei uns eher denjenigen zuerkannt, die sich zeitlich intensiv, nicht aber denjenigen, die sich qualitativ intensiv mit einer Sache beschäftigen. Dieses negative Feedback kann Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen so angreifen, dass sich der hochimaginative Intensivling selbst für einen „Versager“ hält. In persönlichen Beziehungen kann es sein, dass ihre Intensität und ihre Gabe, sich ständig weiterzuentwickeln und auch Beziehungen rasch wachsen zu lassen, anfangs als faszinierend, später aber als erschöpfend empfunden werden, weil das Gegenüber nicht Schritt halten kann.

Wenn du dich dafür interessierst, wo ich schon überall hin „geflattert“ bin, dann schau doch mal hier. Je älter ich werde, desto mehr genieße ich es, nicht eine Sache für eine andere aufzugeben oder sein zu lassen, sondern mit meinen verschiedenen Aktivitäten in die Breite zu gehen.

Wenn du mehr und Grundlegenderes über Hoch-, Vielbegabung und Hochsensibilität wissen möchtest, besuche www.hochbegabung-hochsensibilität.de. Dort schreibe ich zusammen mit anderen Experten für alle, die sich grundsätzlich zu den Hoch-X-Themen informieren möchten.