Gute Miene

Ich habe viel zu oft gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Geschwiegen, wenn andere sich unter Wert verkauft haben. Mir nicht gut gemeinte Ratschläge widerspruchlos angehört. Tatenlos daneben gestanden, wenn andere emotional missbraucht wurden. Mit der Menge applaudiert, wenn völliger Unsinn geredet wurde. Kennst du das?

Ich dachte früher, dass mir selbst das nicht schaden würde. Ich konnte ja jederzeit zur Seite treten, das kranke System von außen betrachten, und dann machen, was ich wollte. Damit habe ich mich zwar bewusst zum Außenseiter gemacht, aber das war mir egal.

Doch wird so ein heilloser Widerspruch in dir erzeugt: Auf der einen Seite willst du die Welt verbessern. Du brichst die Regeln, um deine Werte zu verwirklichen. Auf der anderen Seite wehrst du dich nicht gegen Energien, die deinen Werten zuwiderlaufen. Du gehst ihnen zwar aus dem Weg.

Aber reicht dir das? Wirklich?

Probier doch mal, noch öfter zu widersprechen. Widersprich umso lauter, je mehr auf dem Spiel steht. Sage „Nein.“ Und: „Ich will das nicht.“ Oder: „Ich halte das für falsch.“ Sage dies nicht nur für dich, sondern auch für andere.

Sei im Gegenzug noch großzügiger gegenüber Fehlern. Übe Kritik nur an Dingen, die sich noch ändern lassen. Respektiere die Vielfalt an Charakteren und Veranlagungen.

Lass die gute Miene zum bösen Spiel immer mehr hinter dir und übe dich im befreienden Widersprechen – das wünscht dir Antje

Großzügigkeit…

… ist für mich ein sehr wichtiger Wert. Und ein so vielseitiger – so richtig passend für Vielbegabte.

Welche Facetten hat Großzügigkeit?

Großzügigkeit schimmert für mich bläulich-violett, spielt ins rötliche hinein, mit grünlichen Akzenten, und glänzt wie Perlmutt.

Großzügigkeit bedeutet – na klar – sich dem Anderen zuwenden, zu geben, zu vergeben.

Zwei Augen zuzudrücken und fünfe gerade sein zu lassen.

Großzügigkeit bedeutet aber auch: Sich selbst gegenüber großzügig zu sein.

Sich etwas zu gönnen, sich zu verwöhnen.

Hier bereitet mir gerade ein neues Selbstcoaching-Tool große Freude: Nimm ein schönes Blatt Papier, vielleicht Karton in deiner Lieblingsfarbe, und verziere den Rand mit Blumen, Schmetterlingen, Ornamenten … Oben drüber kommt die Überschrift „Was soll’s! :-)“ Jetzt nimmst du dir deine elektronische oder in Papierform oder bloß im Kopf geführte „to do“-Liste vor und schreibst die allerwichtigsten und allerschwierigsten Punkte, die sich aufgrund ihrer Komplexität garantiert nicht, oder jedenfalls nicht in dieser Woche, lösen lassen, auf diese neue verzierte Ehrenliste, wo sie stolz ihren neuen Platz einnehmen. Nun kannst du sie völlig beruhigt von der alltäglichen to do-Liste streichen.

Probiere die „Was soll’s“-Liste einmal aus und berichte mir von dem Spaß, den du mit ihr hast.

Und immer noch bietet die Großzügigkeit mehr: Sie erlaubt dir, in großen Zügen zu denken, den Geist zu weiten, freizulassen. Sie kennt kein „das geht nicht“, kein „aber“, kein „zu … (schwierig, teuer, sperrig, …)“. Großzügigkeit ist das Fundament für Kreativität und Innovation.

Think big. Dream. Create.

Steig auf einen Hügel (oder, wenn in der Nähe, Berg), lass Blick und Gedanken schweifen, atme tief ein und aus, schließe die Augen und lasse dein neues großes Projekt vor dein inneres Auge treten … empfiehlt mit Herzensgruß Antje

 

Vertrauen und Schalk

In seiner ursprünglichen Bedeutung scheint der Schalk (althochdeutsch „Knecht“, „Unfreier“) nicht viel mit Vertrauen zu tun zu haben; im Gegenteil, bezeichnete er im Mittelalter zunächst einen bösen, hinterlistgen Menschen und wandelte sich erst im 18. Jahrhundert zum witzigen, harmlose Scherze treibenden Narren.

Doch ist er als Gottschalk schlicht ein ‚Diener Gottes‘.

Vertrauen erscheint als Ur-Vertrauen als wichtiger Bestandteil einer gesunden, entspannten Persönlichkeit. Fehlendes Ur-Vertrauen kann durch positive Erfahrungen (zurück-)gewonnen werden.

Und ist nicht das Urvertrauen im Kern der ‚Glaube an Gott‘?

Ob Gott dabei ein bärtiger Mann auf einer Wolke oder ein vielarmiger Elefant ist, in einem alten Baum oder im Weltall wohnt, oder in Allem Teil von Allem und gleichzeitig Alles ist – einerlei.

Im Grunde finden wir im Paar ‚Vertrauen und Schalk‘ das tiefere Paar ‚Glaube und Dienst‘.

Glaube und Dienst wiederum treffen sich in der Berufung – einem Thema, das nicht nur modern ist, sondern die meisten Hochbegabten und Hochsensiblen ihr ganzes Leben lang beschäftigt.

Hast du deine Berufung schon gefunden?

In welche deiner Fähigkeiten vertraust du intuitiv am meisten? Bei welchen Tätigkeiten fühlst du dich im positiven Sinne als Diener einer guten Sache?

Spüre diesen Fragen einmal nach und lebe vertrauensvoll und schalkhaft deine Berufung – das wünscht dir Antje