Die Marken PGO und Wiesmann sind dir ein Begriff? Du liebst alte Fachwerkhäuser und hast Visionen, aus ihnen neue Kreativräume zu schaffen? Du stellst Kunstwerke aus alten Metallteilen her? Sperrmüll und Trödelmärkte sind vor dir nicht sicher? In deiner Freizeit besuchst du Freilichtmuseen oder bastelstan deinem Oldtimer?

Aus Alt mach Neu

Dann bist du wahrscheinlich wertkonservativundsozialprogressiv. Mit diesen Begriffen kannst du nur teilweise etwas anfangen? Kein Problem, definiere sie doch für dich selbst.

Ich beschreibe mich aus ganz verschiedenen Gründen gerne als wertkonservativ und sozialprogressiv: Sie symbolisieren für mich die Verbindung von alt und neu, von Tradition und Fortschritt, von Ritual und Regelbruch.

Aber es geht um mehr: Heimat und Individualität, Gemeinschaft und Freiheit, Solidarität und Selbstfürsorge. Und vor allem um die Erkenntnis: Individuelle Freiheit und Selbstfürsorge brauchen starke Wurzeln, ein festes Fundament – nämlich Heimat, Gemeinschaft und Solidarität.

Und auch tief empfundene, das Herz weitende Spiritualität braucht nährende Bodenhaftung.

Was bedeutet das konkret, im Alltag? Es bedeutet, dass du dich allen simplen Ideologien, dem Schwarz-Weiß-Denken, der Rechts-Links-Grabenmentalität verschließt. Du pflegst einen eklektischen Lebensstil: Bei Konservativen, Grünen, spirituellen und religösen Bewegungen sprechen dich die Besinnung auf und das Einstehen für bestimmte Werte, die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, die Verbundenheit mit dem All-Einen, die konkrete Solidarität mit in Not Geratenen an. Vom Liberalismus nimmst du dir die Freiheitsliebe, den Glauben an das Leistungsprinzip und die gesellschaftliche Sinnhaftigkeit unternehmerischen Denken und Handelns. Aus dem linken Spektrum sprechen dich gesamtgesellschaftliche und globale Solidarität, die gerechte Verteilung unseres Reichtums und die Gleichwertigkeit aller sozial nützlichen Tätigkeiten an.

All das ist weder widersprüchlich noch inkonsequent. Im Gegenteil, hierin liegt große Konsequenz: Du begrüßt den Fortschritt, du folgst deiner Menschlichkeit, und vergisst dabei deine Wurzeln nicht. Du wünschst dir dasselbe für die gesamte Menschheit: Ein Friedensgebet.

Lebe also un-ver-schämt und zeige, warum du gerne wertkonservativ und sozialprogressiv bist – wünscht dir von Herzen Antje