Heute schreibe ich mal über eine wunderschöne Eigenschaft Hochbegabter – ihre Fähigkeit, sich alles Mögliche und Unmögliche vorzustellen, inklusive der schlimmsten worst-worst-case-Szenarien.

Aus dieser Fähigkeit kann einiges erwachsen: Hochbegabter kann ein richtiger Angsthase werden und von anderen als übervorsichtig, pessimistisch, als „Bremser“ oder „Unker“ wahrgenommen werden.

Erstmal: Kein Grund, sich für diese Eigenschaft zu schämen. Es ist ja normal, dass aus einer blühenden Phantasie – und die ist nunmal die Grundlage für Kreativität, Abstraktions- & Kombinationsfähigkeit, Ideen- und Erfindungsreichtum – auch einige Horrorszenarien erwachsen. Wenn man sich einen Wahrscheinlichkeitsbaum vorstellt, dann sieht man natürlich auch eine Kette von möglicherweise eintretenden Ereignissen, bei denen eine Panne nach der anderen passiert … ist doch genauso wahrscheinlich, wie eine Kette von Ereignissen, bei der jede Hürde gut genommen wird, oder?

Jetzt können wir uns selbst beschwichtigen: Die Ereignisse haben nicht alle die gleiche Eintrittswahrscheinlichkeit. Sicher?

Ja! Und genau an der Stelle hilft uns unsere Intelligenz, die uns gerade noch Streiche gespielt hat. Denn wir haben es ja aktiv in der Hand, die Eintrittswahrscheinlichkeit zu beeinflussen. Und weil wir schon alle möglichen Hindernisse und Pannen vorausgesehen haben, können wir aktiv gegensteuern – auch im Hinblick auf Probleme, die andere nicht vorausgesehen haben. Und wenn es zu diesem Fall der Fälle kommt, sind wir der Held 🙂

Wenn du auch zu den phantasiereichen „Schwarzmalern“ gehörst: Nutzt du deine Intelligenz schon ausreichend, um dir selbst Mut zu machen?

Falls du darauf wartest, dass andere dir Mut zusprechen, dann wirst du wahrscheinlich lange vergeblich warten – wieso sollten sie dich auch im Hinblick auf Ereignisse beruhigen, die ihnen extrem weit hergeholt erscheinen?

Du musst also all deinen Grips zusammennehmen, um dir selber Strategien gegen die Horrorszenarien zurechtzulegen – aber das kannst du ja auch 😉

Es mag vielleicht etwas von Don Quichotterie haben, aber auch wenn die Windmühlen, gegen die du kämpst, vermeintlich nur in deinem Kopf sind – ab und zu tritt das Unwahrscheinliche ja doch ein, und dann bist du sicherlich der einzige, der sofort einen Alternativplan hat und damit die Heldin des Tages.

Mach dir dabei klar, dass du gerade richtig mutig bist – in Situationen, die anderen möglicherweise trivial erscheinen, siehst du überall um dich herum versteckte Eisberge, mit denen du kollidieren könntest. Auch wenn für andere nicht sichtbar: Du weißt, wie viel Mut, Energie und Einfallsreichtum du aufbringst, um trotzdem hindurchzunavigieren. Das ist ganz ganz großer Mut, für den du entsprechend großes Lob verdienst!

Viel Spaß dabei wünscht dir Antje